Förderbedarf in der emotional-sozialen Entwicklung
Schüler*innen die Förderbedarf im Bereich der Emotional-Sozialen Entwicklung haben, erfahren im Schulalltag oft einige Hürden. Manche Schüler*innen wirken dauerhaft angespannt, ziehen sich zurück oder erleben Ängste. Andere reagieren schnell impulsiv, geraten in Konflikte oder zeigen herausforderndes Verhalten. Oft gibt es nicht nur einen Auslöser, sondern ein Zusammenspiel aus Stress, fehlenden Strategien zur Selbststeuerung, belastenden Erfahrungen oder ungeklärten Bedürfnissen.
Um Ausgrenzung vorzubeugen und die Integration im Schulumfeld zu stärken, gibt es verschiedene Ansätze Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf zu unterstützen.
Sozial-emotionales Lernen: Schritt für Schritt in den Schulalltag integrieren
Sozial-emotionales Lernen ist ein wichtiger Schlüssel, um im Unterricht langfristig Ruhe, Orientierung und Beteiligung zu fördern. Gerade im Förderbereich der Emotional-Sozialen Entwicklung lohnt es sich, soziale Kompetenzen so zu vermitteln wie Fachinhalte: kleinschrittig, wiederholend und mit vielen Übungsgelegenheiten. So werden Regeln, Routinen und soziale Strategien nach und nach selbstverständlich.
Hilfreiche Bausteine können sein:
- Gefühle erkennen und benennen (z. B. mit Emotionskarten, Körpersignalen, kurzen Check-ins)
- Perspektivwechsel und „Stopp–Nachdenken–Handeln“-Strategien
- Gesprächsregeln für Gruppenarbeit und Sitzkreise
- Stärkende Rituale, die Sicherheit geben und das Klassenklima stärken
- Kurze Reflexionsformate nach Konflikten: Was ist passiert? Was brauche ich? Was probieren wir nächstes Mal?
Besonders wirksam sind konkrete, visuelle Hilfen. Social Stories im Schulalltag können zum Beispiel dabei unterstützen, soziale Situationen zu klären: Was kann ich tun, wenn ich wütend werde? Wie frage ich nach Hilfe? Durch klare Sprache und wiederholtes Training entstehen Alternativen, bevor die Stimmung kippt.
Herausforderndes Verhalten verstehen und deeskalierend begleiten
Im Schulalltag begegnen Lehrkräfte manchmal herausforderndem Verhalten: laut werden, verweigern, provozieren, weglaufen, beleidigen, körperliche Übergriffe oder scheinbar grundloses Stören des Unterrichts: Dahinter können Überforderung, Stress, Schutzreaktionen oder fehlende Kompensations-Strategien stecken.
So gehen Sie mit auffälligem Verhalten um:
- Auslöser erkennen (Zeitdruck, Lärm, Übergänge, Leistungsdruck, soziale Unsicherheit)
- klare, kurze Anweisungen und Wahlmöglichkeiten geben
- transparente Konsequenzen, die die Beziehung nicht gefährden, ankündigen
- Pausen- und Rückzugsoptionen, die vorab vereinbart wurden, anbieten
- Nachbesprechungen in ruhigen Momenten abhalten, statt mittendrin
Die richtige Sprache spielt in heiklen Momenten eine besonders wichtige Rolle: Gewaltfreie Kommunikation kann dabei helfen, Grenzen klar zu setzen, ohne zu beschämen. Das bedeutet Verständnis zeigen, aber durch klare Sprache Grenzen aufzeigen, welches Verhalten angemessen ist und welches nicht. Den Kindern und Jugendlichen zu erklären, warum ihr Verhalten eventuell unpassend ist, hilft ihnen dabei zu verstehen. So entsteht ein Rahmen, in dem Kinder und Jugendliche lernen können, Emotionen zu regulieren und Konflikte zu bearbeiten.
Wenn Konflikte trotzdem passieren, ist eine kurze Nachbesprechung wichtig, denn so können Sie die Beziehung wiederherstellen, Verantwortung ermöglichen und Lösungen anbieten.
Für die Praxis kann es hilfreich sein, sich einen Werkzeugkoffer aus erprobten, flexibel einsetzbaren Materialien, Methoden und kurzen Trainingsformaten bereitzulegen – damit Sie in akuten Situationen sofort handlungsfähig sind.
So sind Sie für Ihre Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Emotional-Soziale Entwicklung ein*e zuverlässige*r Ansprechpartner*in bei Problemen und bieten einen sicheren Hafen im Schulalltag.