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Zivilcourage lässt sich lernen

29. Juni 2011


Trainingshandbuch für Schule und Jugendarbeit erschienen

 

Regelmäßig sorgen Gewaltszenen für bedrückende Schlagzeilen – wie etwa die Vorfälle in deutschen U- und S-Bahnen, aber auch an Schulen. Drastisch führen sie uns vor Augen, dass Zivilcourage immer wieder gefordert ist. Und plötzlich merken wir, wie lange das Umfeld oftmals tatenlos zusieht, obwohl es durchaus Handlungsspielräume gibt. Wie aber lehrt man Mut? Lässt sich Zivilcourage antrainieren? Und wie können wir uns auf solch ungewisse Situationen sinnvoll vorbereiten?

 

Das Autorenteam vom Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation (ikm) zeigt, wie dieses wichtige Thema gemeinsam mit Jugendlichen bearbeitet werden kann. Mit „Zivilcourage können alle!“ ist beim Verlag an der Ruhr jetzt ein Trainingshandbuch für Schule und Jugendarbeit erschienen, in dem die Experten des ikm PädagoInnen genau die Methoden vermitteln, die sie über Jahre hinweg in unterschiedlichen Seminaren erprobt und weiterentwickelt haben. In vielfach bewährten Praxisübungen lernen die jungen Menschen so, Konfliktsituationen einzuschätzen und angemessen zu handeln.

Dabei soll das Handbuch vor allem drei Dinge verdeutlichen:

1. Zivilcourage kann gelernt werden – und zwar jetzt!

2. Zivilcourage bezieht sich nicht nur auf explizite Gewaltvorfälle, sondern auch auf alltägliche Situationen in allen Lebensbereichen.

3. Wissen über Zivilcourage allein genügt nicht. Die Praxis und ein guter Leitfaden zum Erlernen sind die Schlüssel zu effektiver Zivilcourage.

 

Systematisch setzen sich die Jugendlichen so mit Angst und Gewalt, Werten und Rechten, Urteilen und Vorurteilen, Mut und Respekt auseinander und lernen anhand von bewährten Methoden und Spielen, wie sie im Ernstfall handeln können.

Sie gehen dem Gefühl der Angst auf den Grund, stellen das Verhältnis von Macht und Ohnmacht dar oder erforschen im Meinungsbarometer Gewalt und Aggression. Dabei sind die Übungen ebenso gut modulweise einsetzbar wie auch als systematisches Training.

Klare Ablaufbeschreibungen, Zeitangaben und Lernziele helfen den anleitenden PädagogInnen bei der Auswahl. Komplettiert wird das Trainingshandbuch durch weiterführende Maßnahmen und Strukturen, mit deren Hilfe sich eine konstruktive Konfliktkultur nachhaltig verankern lässt.

 

So entwickeln die Jugendlichen rechtzeitig ihr individuelles Handlungsrepertoire für Zivilcourage: Situationen, in denen diese überhaupt benötigt wird, werden verringert – und gleichzeitig das Unterstützen und Handeln in schwierigen Situationen für alle Beteiligten erleichtert. Die Jugendlichen trainieren gezielt Zivilcourage und lernen, nicht nur hinzusehen, sondern auch einzugreifen. Denn schließlich formulierte die italienische Journalistin Franca Magnani treffend: „Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.“


Pressekontakt Verlag an der Ruhr:
Katrin Neuhäuser

Tel.: 0208/439 54 – 402

Fax: 0208/439 54 – 241

Katrin.Neuhaeuser@verlagruhr.de

© Verlag an der Ruhr, 2007