09. Juni 2010
Nach dem Erfolg der K.L.A.R. reality-Reihe im letzten Jahr erweitert der Mülheimer Verlag an der Ruhr sein Programm um zwei weitere autobiografische Jugendromane. Wieder hat die erfolgreiche Autorin Annette Weber zwei Jugendliche begleitet, die ihre bewegende Lebensgeschichte niedergeschrieben haben: Stella Negri und David Beck* erzählen von Drogen, Aids, Haft und Gewalt. Jedes Wort stammt aus der Feder der Jungautoren und ist somit hundertprozentig autobiografisch. Und genau das macht den Erfolg der Reihe aus: Die realen Schicksale ihrer Altersgenossen bewegen Jugendliche ab 13 Jahre. Eine einfache Sprache, kurze Leseabschnitte und große Schrift erleichtern das Lesen der manchmal harten Inhalte.

David ist 18 und sitzt im Gefängnis. Dort macht er sich Gedanken über seinen Alltag und sein bisheriges Leben: die Adoption, die ersten Prügeleien und schließlich Diebstähle, massive Körperverletzungen, ein missglückter Raubüberfall. Damit schlittert er zunächst knapp am Knast vorbei – und landet in einem Erziehungscamp in Polen. Aber nach dem, was er da erlebt, weiß er erst recht nicht mehr, was richtig und was falsch ist, immer tiefer gerät er in die Kriminalität …
David Beck, Annette Weber (Hg.)
Taschenbuch, 119 Seiten
ISBN 978-3-8346-0650-1
Verlag an der Ruhr, Mülheim, 2010

Stella wächst bei ihrer drogenabhängigen Mutter in Spanien auf. Obwohl der Haushalt chaotisch ist, liebt sie das Land und ihre Familie. Als ihr Vater seine Kinder zu sich nach Frankfurt holt, wirft sie der Umzug völlig aus der Bahn: Stella findet keine Freunde und kommt in der Schule nicht zurecht. Aus Frust beginnt sie, zu kiffen und sich zu ritzen; schließlich kann ihr nur noch ein Aufenthalt in der Jugendpsychiatrie helfen. Echtes Glück findet Stella erst, als sie in Spanien Marco kennenlernt. Was er jedoch zunächst nicht weiß: Stella ist von Geburt an HIV-positiv …
Stella Negri, Annette Weber (Hg.)
Taschenbuch, 120 Seiten
ISBN 978-3-8346-0648-8
Verlag an der Ruhr, Mülheim, 2010
* David Beck und Stella Negri sind Pseudonyme, um die Anonymität der jungen Schriftsteller zu wahren. Sie haben erlebt, was es heißt, ganz unten zu sein, und was es heißt, sich zu befreien und von vorne anzufangen (nicht immer mit Happy End). Es geht um Drogen, Haft, Gewalt oder Aids – einfach um die ganz persönliche Geschichte der beiden. Aber es geht auch darum, die Perspektive zu wechseln, sich das Leben anderer bewusst zu machen und daraus zu lernen.
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Katrin Neuhäuser
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