9. Februar 2010
Für mehr soziale Kompetenzen bei Jugendlichen
Prügel, Schläge, Überfälle: An bedrückenden Beispielen erschreckender Jugendgewalt in Deutschland mangelt es nicht. Jüngstes Beispiel: “An einer Bushaltestelle in Freiburg verprügelten vier Jugendliche einen Altersgenossen. Sie gingen so brutal vor, dass andere junge Männer zögerten einzugreifen. Schließlich kam ein 31-Jähriger dem Opfer zu Hilfe - und wurde ebenfalls mit Faustschlägen traktiert. Drei der Schläger im Alter von 15 und 16 Jahren wurden gefasst. Einer von ihnen hatte fast zwei Promille Alkohol im Blut.“
Bei immer mehr Jugendlichen sinkt die Hemmschwelle, immer extremer zuzuschlagen. Auf Schulen und soziale Einrichtungen kommt verstärkt die Aufgabe zu, Wege und Strategien der Gewaltprävention anzubieten. Aber wie beugt man einer steigenden Aggressions- und Gewaltbereitschaft von Jugendlichen rechtzeitig vor oder geht effektiv dagegen an?
Mit dem Praxisbuch „Gewaltprävention für Jugendliche. Ein Trainingskurs für Schule und Jugendarbeit“, das aktuell beim Verlag an der Ruhr erscheint, erhalten Lehrer und Sozialarbeiter ein komplett ausgearbeitetes Programm, das gefährdete oder bereits auffällig gewordene Jugendliche dazu anleitet, ihr Verhalten zu reflektieren und zu ändern. Der von der Caritas entwickelte und sehr erfolgreich eingesetzte Kurs eignet sich sowohl für Schul-AGs und Projekte am Nachmittag als auch für die Jugendarbeit.
Das Buch erläutert die Konzeption und den Ablauf des 12-stündigen Kurses und führt durch die einzelnen Gruppenstunden. Der Kurs hat die Stärkung der sozialen Kompetenzen der Jugendlichen (wie Anerkennung und Einhaltung von Grenzen und Regeln, Wertschätzung und Kommunikationsfähigkeit, Vermittlung eines positiven Selbstkonzepts, Vermittlung eines von Wertschätzung geprägten Frauenbilds) zum Ziel. Methodisch werden Grundsätze sozialer Gruppenarbeit und erlebnispädagogische Aspekte angewandt: Die Jugendlichen stärken ihr Selbstbewusstsein z.B. durch Grenzerfahrungen an der Kletterwand, werden durch Kooperationsspiele zum Teamplay aufgefordert oder lernen durch „Kampfspiele“, sich an Regeln zu halten. Sie bekommen außerdem aus erster Hand Informationen über die Folgen einer Straftat, z. B. beim Besuch einer Polizeistation und des Amtsgerichts. Neben den Jugendlichen selbst werden auch die Eltern in verschiedenen Gesprächsrunden in den Trainingskurs eingebunden.
Das Konzept vermittelt den Jugendlichen klare Regeln und Orientierung für ihr Verhalten und unterstützt ihre Lernfortschritte und ihr Engagement. Es soll dazu beitragen, dass sich Vorfälle wie in Freiburg nicht wiederholen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung:
Katrin Neuhäuser
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Verlag an der Ruhr
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