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Februar 2011

Hallo liebe Leser!

 

Ich freue mich, dass Ihr Euch für „Abgestürzt“ interessiert und dafür, was weiterhin bei mir passiert.

 

Nachdem ich im letzten Jahr häufig mit meiner Tochter im Krankenhaus war (sie hatte Krebs), komme ich nun langsam wieder zur Ruhe. Pauline hat die lange Zeit dort sehr mitgenommen, sie muss sich auch erstmal wieder in der Normalität zurechtfinden.

 

Die Erziehung eines Kindes ist wirklich eine riesengroße Verantwortung und oft sehr anstrengend, das hätte ich niemals gedacht, bevor ich ein Kind bekam. Letzte Woche wurde ich beispielsweise an der Bäckertheke von Pauline getreten und geschlagen, weil es keine Milchhörnchen mehr gab. Peinlich! Da wurde meine Selbstbeherrschung auf die Probe gestellt ... Aber ich habe auch sehr viel Spaß mit Pauline, und wenn sie mich anlacht, ist alles wieder vergessen. Ich freue mich so sehr, dass sie die Therapie hinter sich hat. Ihre Haare beginnen nun auch wieder zu wachsen.

 

Meine Beziehung zu Marcel ist im Augenblick ziemlich schwierig. Wir streiten viel und sind voneinander genervt. Ich hoffe, dass wir wieder zueinander finden. Wir sind durch die schwere Zeit einfach gestresst und ausgelaugt.

 

Außerdem suche ich im Moment nach einer neuen Wohnung. In meinen alten vier Wänden fühle ich mich nicht mehr wohl.

 

Ich hoffe einfach, dass alles gut wird. Ich hab soviel Leid gesehen im letzten Jahr, todkranke Kinder, verzweifelte Eltern, und ich habe Kinder kennengelernt, die mittlerweile gestorben sind. Da kann man nicht drüber hinwegkommen. Trotzdem will ich hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Es bleibt mir gar nichts anderes übrig!

 

Es grüßt Euch

Eure Marie

 

 

 

 

 

September 2010

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Zuerst einmal möchte ich mich bei Euch allen für die tollen Briefe bedanken, die Ihr mir geschrieben habt. Es ist schön zu lesen, dass Ihr Euch so viele Gedanken zu meinem Buch gemacht habt, und ich danke Euch für Eure ehrlichen Kommentare dazu. Leider kann ich nicht jedem Einzelnen von Euch zurückschreiben, deshalb möchte ich diesen Blog dazu nutzen, einige Fragen, die Ihr mir gestellt habt, zu beantworten.

 

Ganz häufig wolltet Ihr wissen, ob ich noch mit Marcel zusammen bin. – Ja, das bin ich. Trotz einiger Schwierigkeiten versuchen wir, das Beste aus allem zu machen.

 

Einige fragten mich auch, ob ich noch Kontakt zu den Bekannten von früher habe. Da ich in einer ziemlich ländlichen Gegend wohne, bekomme ich schon mit, was aus einzelnen Leuten geworden ist. Justus zum Beispiel nimmt weiterhin Drogen und redet sich ein, dass das nicht schlimm sei und die Drogen einfach zu ihm und seiner Persönlichkeit gehören. Es ist über ein Jahr her, dass ich versucht habe, an ihn heranzukommen, um mit ihm zu sprechen. Leider ohne Erfolg. Ich habe ihm versichert, dass ich für ihn da sein würde, wenn ich etwas für ihn tun könnte, und dann habe ich den Kontakt abgebrochen. Ich konnte mich nicht so tief in diesen Sumpf wagen, es hätte mich fertig gemacht.

 

Außerdem hat es viele von Euch interessiert, wie es Pauline geht. Sie ist immer noch in Behandlung, das heißt, sie bekommt eine Chemotherapie. Aber bald ist der Albtraum endlich vorbei und Pauline hoffentlich geheilt. Ihr geht es aber zum Glück gut, sie spielt, lacht, isst und trinkt. Sonst könnte ich die ganze Situation auch nicht ertragen. Dass meine kleine Tochter Krebs hat, ist für mich noch immer unfassbar. Ich möchte ihr immer Mut machen und Kraft geben, damit sie diese schwierige Zeit gut übersteht.

 

Liebe Leute, bitte seid nicht böse, dass ich nicht allen einzeln geantwortet habe. Schreibt mir ruhig weiterhin, ich werde in Zukunft versuchen, Leserbriefe direkt persönlich zu beantworten.

 

Eure Marie

 

 

 

 

April 2010

Liebe Leser,

 

im Moment steht mein Leben Kopf. Meine kleine Tochter ist schwer krank und wir sind kaum zu Hause. Sie wird in einer Klinik behandelt und diese Woche zum zweiten Mal operiert. Marcel und ich haben uns beide für das nächste Semester beurlauben lassen. Wir wollen bei Pauline sein und die schwere Zeit zusammen überstehen. Das Seltsame ist, dass wir während der schlimmen letzten Monate auch die glücklichsten Momente unseres Lebens hatten. Seit die Zukunft auf dem Spiel steht, ist jedes Lachen im Hier und Jetzt kostbarer geworden.


Eure Marie

 

 

 

September 2009

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Vor fast zwei Monaten ist „Abgestürzt. Ein autobiografischer Jugendroman“ erschienen, und ich bin ziemlich gespannt, wie das Buch bei Euch Lesern ankommt. Es ist ein komisches Gefühl, denn ich habe in dem Buch so viel über mich erzählt, was ich vorher nur mit engen Freunden geteilt habe, und nun kennt auch Ihr diese persönlichen Dinge von mir.

 

Ich bin aber auch froh und erleichtert, dass ich all das aufgeschrieben habe. So habe ich noch einmal die Vergangenheit durchlebt und dabei auch so manche Krise beim Schreiben gehabt. Manchmal bin ich wochenlang um das Schreiben herumgelaufen wie die Katze um den heißen Brei. Dann habe ich irgendwann doch einfach weitergemacht und gemerkt, dass es gut tat, dass ich wieder ein Stück vorwärts gekommen bin und mich überwunden habe.

 

Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass das Buch mir geholfen hat, alles was ich erlebt habe, zu verarbeiten. Ich habe meine Vergangenheit akzeptiert und bin nicht mehr wütend auf mein Schicksal. Ich kann nichts mehr an dem Gestern ändern, aber das Morgen liegt noch vor mir.

Es gibt so viele Menschen, denen es schlecht geht, niemand müsste mit seinem Erlebten alleine dastehen. Ich hatte das Glück, dass in den schlimmsten Zeiten immer noch jemand hinter mir stand und mir den Rücken gestärkt hat. Es wäre schön, wenn es jedem so ginge.

 

Mein Opa, den ich auch im Buch erwähnt habe, ist in diesem Jahr gestorben. Er war einer der Menschen, die immer für mich da waren, wenn auch manchmal nur im Hintergrund. Mir hat es geholfen, dass ich nun meine eigene kleine Familie habe, sonst hätte ich mich in der Trauer um meinen Opa sehr einsam gefühlt.  Er hatte einen Hirntumor und ist ganz plötzlich ins Koma gefallen und zwei Tage danach gestorben. Ich bin noch am Tag seines Todes bei ihm gewesen und habe mit ihm gesprochen. Er hat mich vielleicht nicht gehört, aber ich musste noch ein paar Dinge loswerden. Ich hatte mich nämlich nie bei ihm entschuldigt. Dafür, dass ich ihm an Weihnachten Geld gestohlen habe, um mir Drogen zu kaufen. Und dafür, dass ich ihm so viele Sorgen gemacht habe, wie mein Vater es schon einmal getan hatte.

Das Erlebnis vom Tod meines Opas hat mich daran erinnert, dass man Dinge klären

sollte bevor es zu spät ist. Ich hätte mit ihm sprechen sollen, als er noch antworten konnte. Aber ich denke, dass mein Opa mir längst verziehen hatte, auch ohne es je ausgesprochen zu haben.

Ich freue mich, wenn Ihr weiterhin Interesse daran habt, wie es mir heute geht; ich werde in Zukunft immer mal wieder schreiben, wie es bei mir weitergeht.

 

Eure Marie

© Verlag an der Ruhr, 2007
Verlag an der Ruhr verstärkt Geschäftsführung

Ab dem 01. Februar erhält Verlag an der Ruhr-Geschäftsführerin Dorothea Kieler Verstärkung: Annika Renker, seit Januar 2009 im Unternehmen, wechselt in die Geschäftsleitung. Während sich Dorothea Kieler künftig vor allem um die verlegerischen Belange kümmern wird, widmet sich Annika Renker mit gewohnt großem Einsatz dem Bereich Marketing und Werbung.


K.L.A.R. Kreativ-Wettbewerb 2012

Kreative Fotostories gesucht! Der K.L.A.R. Kreativ-Wettbewerb geht in die vierte Runde. Machen Sie mit und gewinnen Sie bis zu 300,00 € für Ihre Klassenkasse und eine Lesung mit unserer Erfolgsautorin Annette Weber!


Annette Weber liest in Mülheim an der Ruhr

Die Grundschule am Oemberg aus Mülheim an der Ruhr ist stolze Gewinnerin der Lesung mit unserer Erfolgsautorin Annette Weber. Am 26. Januar 2012 zogen Vertreter der VBE-Stadtverbände Bottrop, Mülheim und Oberhausen die Gewinnerschule aus allen 17 Teilnehmern. Als zweiten und dritten Preis freuen sich zwei Schulen aus Oberhausen über Büchergutscheine vom Verlag an der Ruhr.


„Verschieden, nicht anders“: große taz-Rezension

Die taz widmet sich in einer ausführlichen Buchbesprechung unserem neuen Inklusions-Ratgeber „Eine Schule für alle“. In der Ausgabe vom 18. Januar setzt sich Autorin Sylva Brit Jürgensen mit dem Titel, der seit Kurzem lieferbar ist und sich schon jetzt großer Resonanz erfreut, detailliert auseinander – mit positivem Fazit.